Die schönsten Limericks 2005

Klapphornverse Limericks Kurzgedichte Schüttelreime
  

 

Es stach sich des Mittags ein Esser
mit Gabel sowohl als mit Messer
          und hatte dann letztlich
          erheblich verletzt sich.
Mit Löffel ging's insgesamt besser.


Bruno Bansen

Ein Jüngling im Stadtpark von Peine
saß lesend ein Büchlein von Heine.
          Es setzt sich soeben
          ein Fräulein daneben.
Nun regnet's – das ist das Gemeine


Bruno Bansen


Wehleid, zur Kur in Bad Raufen,
die wollte beim Wandern verschnaufen,
          und setzt sich genau
          auf’n Ameisenbau –
da konnt’ sie ganz schnell wieder laufen!


Ingrid Bruchwald


Bei uns, an der Bar hinterm Tresen,
da steht ein bezauberndes Wesen.
          Sie flirtet und strahlt,
          doch wenn einer nicht zahlt,
dann wird sie ganz plötzlich zum Besen.


Michel Diekert


Ein Hagestolz lebte in Plauen
mit panischer Angst vor den Frauen.
          Doch ein Startherapeut
          Hat ihn bestens betreut.
Jetzt möchte er alle verhauen.


Michel Diekert


Ein Mäuserich warnte in Halle
eine muntere Maus vor der Falle.
          Doch die Kleine kokett,
          sagt´: „Das finde ich nett,
aber so was erzählt ihr doch alle!.“


Michel Diekert


Ein musischer Kaufmann aus Baden
versoff seinen eigenen Laden.
          Er spielt jetzt die Fiedel
          am Supermarkt Lidl
und singt dort vertonte Balladen.


Ulrich Glorius


Ein Mann aus dem Süden von Schwaben
dressierte fünf Elstern und Raben.
          Ich will nicht verhehlen:
          Er lehrte sie stehlen.
Es reichte zwei Häusle zu haben.


Ulrich Glorius


Einst hatte der König der Briten
mit Königin Anne gestritten.
          Hieß Heinrich der Achte.
          Das Henkerbeil krachte,
die Ehe war nicht mehr zu kitten.

 

Auch sonst war der britische Heinrich
im Umgang mit Frauen nicht kleinlich.
          Er fand keine Bremse,
          der Herr an der Themse,
noch heute für Briten recht peinlich.


Werner Hadulla

Da war ein Chinese in Wesseling,
der wochenlang lernend im Sessel hing.
          Paukte deutsch, der Geselle
          und wich kaum von der Stelle,
weshalb es allmählich auch bessel ging.
 

Werner Hadulla


Er schluckte so manch einen L.
- zu viel - unser freundlicher M.
         War schwer wie ein Eber,
         bekam´s mit der Leber
und vorletzten Freitag versch.
 

Werner Hadulla
 


Liebe in Prag


Ich liebte ein Mädchen in Praha
Das gern in den Armen mir laha.
          Dann gestand mir Ludmille:
          sie nimmt niemals die Pille.
Das war ein empfindlicher Schlaha.
 

Ulrich Irmer

… in Neapel


Ich liebte ein Mädchen in Napoli,
doch lief ein Schiff dort vom Stapoli,
          warf die Augen, die losen,
          sie auf jeden Matrosen.
Für mich war das schrecklich blamapoli.
 

Ulrich Irmer


… in Posen


Ach ich liebte ein Mädchen aus Poznan,
dem verehrte ich blutrote Roznan,
          dadurch ward sie gefügig,
          denn sogleich half sie zügig
wie sich selbst so auch mir aus den Hosnan.


Ulrich Irmer


… in Rom


Es liebte ein Mädchen in Roma
Grundsätzlich nie ohne Kondoma,
          denn vor nichts war ihr bänger,
          als dass einer sie schwänger´.
Jetzt ist sie schon mehrfache Oma.
 

Ulrich Irmer


Es sagte der Rechtsanwalt Irmer:
Ich bin der Mandanten Beschirmer.
          Wir führen den Tanz
          bis zur letzten Instanz,
und wenn wir nicht siegen, verlier'mer.
 

Ulrich Irmer


Als Pippin der Kurze, der Kleine
sein Söhnchen, den Karl, wusch im Rheine,
           da staunte er bloß:
          „Du wirst einmal groß,
Mensch, Karlchen, was hast Du für Beine.“
 

Ferdinand Kirchhoff


Bei den Damen im Stift bei Ajaccio
da triebs ein gewisser Boccaccio
          fast ohne Erlahmen
          mit sämtlichen Damen.
Und ward so zum Urbild des Macho.
 

Cordes Koch-Mehrin


Kuno ritt kaum aus dem Tore,
da sagte sich Braut Elenore:
          „Ein Gürtel aus Eisen,
          was kann der beweisen?
Ich mach mit dem Schmied jetzt amore.“
 

Harald Kriegler


Ein Pilger war nach Rom gekommen
dem Eldorado aller Frommen
          und stand lange an -
          man hat ihm sodann
nicht nur die Beichte abgenommen.


Otto Mahlfeld


Im Harem fragte der Eunuche:
Ich weiß nicht, wonach ich hier suche!
          Für mich sind die Frauen
          nur da um zu schauen.
Mehr geht nicht, so oft ich´s versuche.“


Lutz Menard


Vom Hexenwahn sind wir genesen,
samt anderen finsteren Thesen;
          doch kommt, wenn ich tanke
          mir oft der Gedanke:
Ach reisten wir wieder mit Besen!


Bernhard Mößner


Ein Möbeldesigner aus Herne
fliegt mehrmals im Jahr in die Feme,
          und kaum ist er dort
          erprobt er sofort
die Betten der Roten Laterne.


Bernhard Mößner