Die schönsten Schüttelreime 2006

Klapphornverse Limericks Kurzgedichte Schüttelreime


1. Platz - ausgewählt von 6 Juroren
 


Bankraub

Der Räuber, der die Scheine klaut,
auf große, nicht auf kleine schaut.

 

Bruno Bansen

 

Vom Zufall wird das Sein geregelt!
Wer plant, ist meistens reingesegelt.

 

Thomas Berg


 

Im Grab noch Heinrich Heine bebt,
wenn Loreley die Beine hebt.

 

Thomas Berg

 

Sängerabend


Ihr Chorgesang war sehr gelungen,
nun trinken sie, ganz leer gesungen.

 

Werner Hadulla


 

Gern möchte Hans der Liese wegen
mit ihr sich auf die Wiese legen,
mit ihr auf zarte Weise liegen,
in seinem Arm sie leise wiegen.

 

Wilhelm Hasse

 

Oft sieht man Bauernkinder rennen,
weil sie den Grimm der Rinder kennen.

 

Wilhelm Hasse


 

Ein Schifflein, das vom Nil gekommen,
hat keck den Kurs auf Kiel genommen.
Doch macht es allzu viel verkehrt,
weshalb sich's kurz vor Kiel verfährt.

 

Herbert Kniest

 

Die Fische sind im Weiher rar,
weil gestern dort der Reiher war.

 

Harald Kriegler


 
 
 

Das Nashorn habe, hieß es, vorn,
ein ziemlich spitzes, fieses Horn.
Es trüge, auf den Beinen auch,
wie nashorn-üblich, einen Bauch.

 

Renè Maria Possél

 

Den Umgang mit dem Buttermesser
beherrschte meine Mutter besser.

 

Inge Spöhr


  
 
 

Wenn Schotten hotten,
sind das Hottenschotten.


Rüdiger Stüwe

 


Platz 2
 

Einsam

Ein Löwe streift durch Feuerland,
doch keinen weit’ren Leu er fand.

 

Bruno Bansen

 

Wer weiß, ob man das Beste findet,
wenn man sich früh schon feste bindet.


Jürgen Flenker


 

Der Zocker


Früher hatte er in Massen Kies.
Er zockt: heut steht´s um seine Kassen mies!

 

Werner Hadulla

 

Gerechte Strafe

Ein wilder Hahn, der wutentbrannt
sich heimlich seiner Brut entwand,
schwor, alle Welt zu hassen.

Erstarrt jedoch zum Wasserhahn,
muss er nun stets im Hasserwahn
statt Federn Wasser lassen.

 

Ferdinand Kirchhoff


  
 
 

Er flüsterte leise: Hab Dank, meine Suse.
Denn er war ein Dichter und sie seine Muse.

 

Herbert Kniest

 

Brät die Köchin tolle Fische,
hat der Gastwirt volle Tische.


Harald Kriegler


 

Sie ähneln sich: Der Halter und
sein lang gedienter alter Hund.
Und seid gewiß: Der Bund noch hält,
solang der treue Hund noch bellt.

 

Renè Maria Possél

 

Beerdigt man die Leichenglieder
ertönen meist die gleichen Lieder.

 

Inge Spöhr


Platz 3

 

Der Rheingau, dieses schöne Weinland,
ist Topmotiv für manche Leinwand.

 

Horst-Peter Boltz

 

Es nahmen schon die Kelten Saft,
doch gab er ihnen selten Kraft.

 

Jürgen Brater


 

Die ewig dicke Wange lehrt,
dass Zahnweh manchmal lange währt.

 

Jürgen Flenker

 

Der Taucher

 

Nur außen rum ist er ein nasser Wicht,
doch seine Haut, die spürt das Wasser nicht.

 

Werner Hadulla


Des Nachts in kühlen Auen fror
schon manch ein zartes Frauenohr.

 

Wilhelm Hasse

Des Nachts in kühlen Auen fror
schon manch ein zartes Frauenohr.

 

Wilhelm Hasse


Erblickt auf dem Lande sie Ferkelmassen,
kann Mut für den Aufschwung Frau Merkel fassen.

 

Herbert Kniest

Beginnt man den Umfang der Lende zu hassen,

empfiehlt sich's, von Bieren die Hände zu lassen.

 

Herbert Kniest


Hein (seekrank) hat am Bug geflucht:
"Ach, hätt ich doch 'nen Flug gebucht."
 

Harald Kriegler

Viele Verse schlauer Dichter
wirken auf die Dauer schlichter.


Harald Kriegler

 


Durchs Kaufhaus rennt mal wieder Maren,
sie kauft halt gerne Miederwaren.

 

Herbert Scholl

Die Äuglein von der Suse blitzen,
weil prima Rock und Bluse sitzen.

 

Herbert Scholl


 
 

Die solltest diese Wolle testen,
sie eignet sich für tolle Westen.

 

Herbert Scholl

Wenn man auf einem Lappen kaut,
dann gibt's nur einen knappen Laut.


Bernd Walf